Cybermobbing – Das können Sie tun!

Keiner möchte ein Opfer von Cybermobbing werden.

Doch viele Menschen werden es.

Einen sicheren Schutz vor Cybermobbing gibt es nicht.

Aber:

-  Sie können viel tun, um sich möglichst gut (so gut es geht) vor Cybermobbing zu schützen.

-  Sie können viel tun, wenn Sie oder Ihre Kinder Opfer von Cybermobbing sind.

Das ist wichtig:

-  Werden Sie als Opfer aktiv.

-  Holen Sie sich als Opfer Hilfe.

 

Gut informiert sind Sie besser geschützt. Lesen Sie weiter.

 

 

Schutz vor Cybermobbing

-  Stellen Sie Ihr Profil (Angaben über sich selber) bei allen Apps und Programmen auf privat ein.

   Das heißt: Erlauben Sie den Apps und Programmen möglichst wenig über Sie weiter zu geben.

 -  Stellen Sie möglichst wenige Bilder und Videos in Ihr eigenes Profil.

-  Haben Sie nur mit möglichst wenigen von Freunden oder anderen Personen Kontakt.

    Möglichst wenige Personen sollten

    ~ Ihr Profil lesen können.

    ~ Ihre Nachrichten lesen können.

    ~ Fotos und Videos von Ihnen sehen können.

    ~ Ihnen Nachrichten schreiben oder etwas auf Ihre Pinnwand schreiben können.

-  Nehmen Sie nur Freundschaftsanfragen von Personen an,

    die Sie aus dem normalen Leben persönlich kennen.

    Und mit denen Sie im normalen Leben einen guten Kontakt haben.

    Denken Sie daran, dass es auch böse Personen gibt.

    Böse Personen suchen sich manchmal bestimmte Nutzer aus,

    um diesen Nutzern zu schaden.

-   Überlegen Sie genau,

    ~ welche Nachrichten Sie schreiben,

    ~ welche Kommentare Sie schreiben,

    ~ welche Fotos und Videos Sie von sich posten.

    ~ welche Nachrichten, Fotos und Videos Sie teilen.

-  Überlegen Sie auch, ob Sie möchten,

    ~ dass Ihr Chef, alle Ihre Kollegen, die Lehrer Ihrer Kinder, Ihre Nachbarn, Ihr Vermieter

       oder Ihr Berater bei der Bank diese Nachrichten, Kommentare, Fotos oder Videos sehen.

    ~ dass in 5 Jahren immer noch viele Leute diese Sachen lesen und sehen können.

-  Denken Sie daran, dass auch Personen aus Ihrer Familie oder von Ihren Freunden

   ~ Nachrichten, Kommentare, Fotos oder Videos teilen oder immer wieder hochladen können.

    Das heißt: Viele fremde Personen können vielleicht alles von Ihnen lesen und sehen.

 -  Nennen Sie möglichst wenige persönliche Daten im Internet.

   Mit diesen Daten können manche Personen sehr viel mehr über Sie herausfinden.

-  Nennen Sie nie Ihre ganze Adresse.

   Sonst könnte bei Ihnen eine böse Person plötzlich vor der Wohnungstür stehen.

   Oder Sie bekommen böse Briefe oder Rechnungen mit der Post geschickt.

-  Geben Sie möglichst wenigen Personen aus dem normalen Leben Ihre Handynummer.

   ~ Mobber (Personen, die mobben) können Ihnen auf Ihr Handy schlimme Nachrichten, Fotos oder Videos schicken.  

   ~ Oft ist die Handynummer auch ein Teil einer Zwei-Faktor-Authentifizierung (Beweis, dass man eine bestimmte Person ist über 2 verschiedene Wege).

   Böse Personen können mit der Handynummer Zugänge zu Ihren Konten im Internet hacken (in Ihrem Namen oder über Ihre Online-Konten Sachen machen).

-  Erklären Sie auch Ihren Kindern, wie wichtig diese Sachen zum Schutz vor Cybermobbing sind.

-  Sprechen Sie mit Ihren Kindern auch über die Hilfen, die es bei Cybermobbing gibt.

   Viele Kinder und Jugendliche möchten nicht mit Ihren Eltern darüber sprechen.

   Deshalb ist es wichtig, dass Ihre Kinder über Hilfen informiert sind.

   Mehr zu Hilfen bei Cybermobbing können Sie weiter unten im Artikel lesen.

 

Das können Sie tun, wenn etwas passiert ist.

-  Denken Sie als Eltern daran:

   Kinder sagen oft nicht, dass sie gemobbt werden.

   Kinder haben Angst, dass die Eltern Ihnen dann das Smartphone und den Computer wegnehmen.

  Sprechen Sie mit Ihren Kindern über das Problem.

  Sagen Sie Ihren Kindern,

   ~ dass Sie bei Cybermobbing zusammen aktiv dagegen werden,

   ~ dass Ihre Kinder auch dann das Smartphone und den Computer weiter benutzen dürfen.

-  Antworten Sie möglichst nicht auf böse Nachrichten, Kommentare, Fotos und Videos.

   Meistens antwortet man böse zurück. Das ist nicht gut.

   Dann wird der Mobber meistens noch aktiver. Das macht die Situation nur schlimmer.

-  Wenn Sie dem Mobber antworten wollen:

    ~ Holen Sie sich Hilfe.

       Wer Ihnen helfen kann, können Sie weiter unten im Artikel lesen.

    ~ Antworten Sie nur sachlich (nur mit richtigen Fakten / Sachen die richtig sind).

-  Machen Sie ein Tagebuch:

   ~ Machen Sie Screenshots (Fotos vom Bildschirm mit den schlimmen Nachrichten von Ihren Geräten).

      Speichern Sie die Screenshots auf Geräten, die Sie nicht so viel benutzen.

      So können Sie einen Screenshot machen:

      Drücken Sie die Taste „Druck“.

      Öffnen Sie eine neue Datei in einem Bildprogramm oder Schreibprogramm.

      Fügen (rein tun) Sie den Screenshot in die Datei ein, zum Beispiel mit der „Strg-Taste2 plus der „V-Taste“.

   ~ Schreiben Sie eine Liste mit dem Datum von bösen Nachrichten, Kommentaren, Fotos und Videos.

-  Danach löschen Sie die bösen Nachrichten, Kommentare, Fotos und Videos auf den Geräten, die Sie oft benutzen.

   Dann können Sie und Ihre Kinder diese nicht mehr so oft lesen und sehen.

   Opfer sehen sich die Nachrichten, Kommentare, Fotos und Videos immer wieder an.

   Das ist nicht gut für Sie.

- Melden Sie die bösen Nachrichten, Kommentare, Fotos und Videos den Betreibern (Firmen) von den Internet-Diensten.

   Lassen Sie diese Nachrichten, Kommentare, Fotos und Videos von den Betreibern löschen.

Jeder Betreiber macht das anders.

Bei „klicksafe“ können Sie lesen, wie das bei Ihrem Betreiber geht.   

 

Holen Sie sich Hilfe

Opfer von Cybermobbing geht es meistens sehr schlecht.

Deshalb ist es wichtig, dass Sie sich Hilfe holen.

Informieren Sie sich und sprechen Sie über Ihre Situation.

-  Es gibt viele gute Informationen im Internet.

   Leider sind diese Informationen nicht in Leichter Sprache geschrieben.

   Solche Informationen finden Sie zum Beispiel:

   ~ bei „klicksafe

   ~ bei der Polizei

   ~ beim Landesmedienzentrum Baden Württemberg

-  Sprechen Sie mit Personen, die Ihnen helfen können. Zum Beispiel

   ~ mit Schulsozialarbeitern

   ~ mit Beratungslehrern,

   ~ mit Jugendberatern,

   ~ mit Psychologen oder Schulpsychologen,

   ~ mit der Polizei

   ~ mit Telefon-Beratungsstellen

   ~ mit Internet-Beratungen

-  Erklären Sie Ihren Kindern, wie wichtig Hilfe bei Cybermobbing ist.

   Sagen Sie Ihren Kindern:

   ~ dass Sie sie bei Cybermobbing unterstützen werden,

   ~ dass fast alle Hilfs-Personen eine Schweigepflicht (dürfen nicht mit anderen Personen darüber sprechen) haben.

- Gehen Sie zur Polizei:

   ~ wenn das Cybermobbing schlimm ist,

   ~ wenn Sie oder Ihre Kinder bedroht (jemand sagt, dass etwas sehr Schlimmes passieren wird) werden.

   Die Polizei hat Beratungs-Stellen für Cybermobbing.

   Sie können diese Beratungs-Stellen mit Ihrer Internet-Suchmaschine finden.

   Oder Sie rufen bei Ihrer Polizei-Dienststelle an und fragen danach.

   Die Polizei gibt Ihnen gerne Auskunft.

 

Es geht Ihnen oder Ihren Kindern sehr schlecht?

Sie wissen nicht mehr, wie Sie mit diesem Problem weiter leben sollen?

Sie wollen nicht direkt mit einer Person darüber sprechen? 

Dann sprechen Sie am Telefon oderschreiben Sie einer Online-Beratung.

-  Für Kinder und Jugendliche: die „NummergegenKummer“,

   Telefon: 116 111. Die Gespräche sind kostenlos und anonym (man braucht nicht zu sagen, wer man ist)

    Man kann dort auch eine Online-Beratung machen.

- Für Kinder und Jugendliche: das Beratungsteam von „JUUURIPORT

   Bei JUUURIPORT beraten Jugendliche kostenlos Kinder und Jugendliche bei Internet-Problemen.

-  Für Eltern: die „NummergegenKummer“,

   Telefon:  0800 – 111 0 550. Die Gespräche sind kostenlos und anonym (man braucht nicht zu sagen, wer man ist).

-  Für Erwachsene: die „TelefonSeelsorge“,

    Telefon: 0800 – 111 0 111 oder 0800 – 111 0 222.

    Der Anruf und die Beratung sind anonym und kostenlos.