Digitale Gesundheit – Teil 11.2: Medikamenten-Plan auf der elektronischen Gesundheits-Karte

 

Wenn Sie in einer gesetzlichen (wie es Gesetze sagen)

Kranken-Versicherung sind,

haben Sie eine Gesundheits-Karte.

Gesundheits-Karte ist der offizielle (amtliche) Name

für die Kranken-Kassen-Karte.

Mehr Informationen zur Gesundheits-Karte

und zu Kranken-Versicherungen finden Sie in unserem Artikel

Das kann Ihre elektronische Gesundheits-Karte“.

Die meisten Versicherten (Personen, die in einer Versicherung sind)

in einer gesetzlichen Kranken-Versicherung

haben schon eine elektronische Gesundheits-Karte.

Elektronisch heißt, dass Sachen mit Computern gemacht werden.

Wenn Sie für Ihre elektronische Gesundheits-Karte auch eine PIN von Ihrer Kranken-Versicherung

bekommen haben, können Sie auch die zusätzlichen (mehr) Funktionen (Arbeiten / Aufgaben)

von der elektronischen Gesundheits-Karte nutzen (gebrauchen).

Sie können auf der elektronischen Gesundheits-Karte von Ihrem Arzt mehr Informationen speichern lassen:

zum Beispiel Ihren Medikamenten-Plan.

Wir informieren Sie darüber in Leichter Sprache.

 

 

Der Medikamenten-Plan auf Ihrer elektronischen Gesundheits-Karte

Schon seit einiger Zeit muss Ihnen Ihr Arzt einen Medikamenten-Plan auf Papier geben:

-  Wenn Sie mehrere Medikamente über längere Zeit nehmen müssen.

-  Wenn Sie das möchten.

Auf dem Medikamenten-Plan steht:

-  Welche verschreibungs-pflichtigen (der Arzt muss Ihnen ein Rezept dafür geben)

   Medikamente Sie einnehmen.

-  Wie oft und wann Sie diese Medikamente einnehmen.

Jetzt können Sie Ihren Medikamenten-Plan auch auf Ihrer elektronischen Gesundheits-Karte speichern lassen.

Und aktualisieren lassen.

Bitte denken Sie daran:

Noch nicht alle Ärzte und Apotheker können jetzt schon den Medikamenten-Plan auf Ihrer

elektronischen Gesundheits-Karte lesen und bearbeiten (daran arbeiten).

Manchmal fehlen noch die besonderen Geräte dafür.

Und: Manchmal fehlen die Computer-Programme dafür.

Deshalb: Fragen Sie Ihren Arzt und Ihren Apotheker, ob sie den Medikamenten-Plan auf Ihrer

elektronischen Gesundheits-Karte schon lesen und bearbeiten können.

 

Wichtige Informationen zum elektronischen Medikamenten-Plan:

-  Der elektronischen Medikamenten-Plan ist freiwillig.

   Das heißt:

     ~ Sie können einen elektronischen Medikamenten-Plan machen lassen,

        wenn Sie das möchten.

    ~  Aber: Sie müssen keinen elektronischen Medikamenten-Plan machen lassen,

         wenn Sie das nicht möchten.

     ~  Sie können auch später einen elektronischen Medikamenten-Plan machen lassen,

         wenn Sie das jetzt noch nicht möchten.

-  Wenn Sie einen elektronischen Medikamenten-Plan haben wollen:

     ~  Sie können einen Medikamenten-Plan auf Ihrer elektronischen Gesundheits-Karte machen lassen.

     ~  Sie können auch einen Medikamenten-Plan in Ihrer elektronischen Patienten-Akte (e-PA)

         machen lassen.

         Über die e-PA informieren wir Sie später in mehreren Artikeln.

     ~  Sie können den Medikamenten-Plan von Ihrer elektronischen Gesundheits-Karte

         auch in Ihre e-PA übernehmen (von einer Sache auf die andere tun).

-  Einen Medikamenten-Plan auf Ihrer elektronischen Gesundheits-Karte können Sie machen lassen:

     ~  Wenn Sie zur gleichen Zeit 3 oder mehr verschreibungs-pflichtige Medikamente nehmen müssen.

     ~  Wenn Sie diese Medikamente länger nehmen müssen: mindestens (minimal für) für 28 Tage.

-  Den Medikamenten-Plan können Sie nicht selber machen.

   Wer macht den Medikamenten-Plan?

     ~  Ihr Hausarzt kann die Medikamente auf Ihrer elektronischen Gesundheits-Karte speichern.

     ~  Jeder Facharzt (Arzt für einen besonderen Bereich in der Medizin) soll

         neue verschreibungs-pflichtige Medikamente in Ihren Medikamenten-Plan speichern.

     ~  Ihr Apotheker soll alle anderen Medikamente in Ihren Medikamenten-Plan speichern,

         die Sie in der Apotheke kaufen.

         Und: Die Sie nehmen.

-  Sie können den Medikamenten-Plan auf Ihrer elektronischen Gesundheits-Karte nicht selber lesen.

   Wenn Sie es erlauben, können den Medikamenten-Plan auf Ihrer elektronischen Gesundheits-Karte lesen,

   zum Beispiel:

     ~  Ärzte

     ~  Zahnärzte

     ~  Apotheker

     ~  Psychotherapeuten

-  In einem Medikamenten-Plan auf Ihrer elektronischen Gesundheits-Karte steht zum Beispiel:

     ~  Welche verschreibungs-pflichtigen Medikamente Sie nehmen.

         Und: Wie oft Sie diese Medikamente nehmen.

     ~  Welche zusätzlichen (mehr) Medikamente Sie nehmen, die nicht verschreibungs-pflichtig sind.

     ~  Allergien oder Unverträglichkeiten (was Sie nicht gut vertragen / was Ihnen Probleme gemacht hat)

         gegen Medikamente.

-  Wie geht es:

     ~  Wenn der Arzt Ihren Medikamenten-Plan machen soll?

     ~  Wenn der Arzt oder der Apotheker Ihren Medikamenten-Plan aktualisieren (die neuen

         Medikamente speichern) sollen?

     ~  Wenn ein Arzt, ein Apotheker, ein Zahnarzt oder ein Psychotherapeut Ihren

         Medikamenten-Plan lesen soll?

    Sie müssen dem Arzt, dem Apotheker, dem Zahnarzt oder dem Psychotherapeuten Ihre

    elektronische Gesundheits-Karte: 

      ~  geben

      ~  oder über ein spezielles Gerät halten

      ~  oder in ein spezielles Gerät stecken.

    Und: Sie müssen die PIN für Ihre elektronische Gesundheits-Karte in das spezielle Gerät tippen.

    Der Arzt, der Apotheker, der Zahnarzt oder der Psychotherapeut brauchen einen besonderen Ausweis:

    „den „Heil-Berufe-Ausweis“.

    Mit diesem Heil-Berufe-Ausweis müssen sich diese Personen identifizieren (beweisen, wer sie sind).

-  Was sind die Vorteile (was gut ist) von einem Medikamenten-Plan auf Ihrer elektronischen

   Gesundheits-Karte?

   Zum Beispiel:

     ~  Neue Ärzte oder Fachärzte können sich schneller über Ihre Medikamente informieren.

         Und: Die Ärzte und Fachärzte können überlegen, ob neue Medikamente zu Ihren alten

         Medikamenten passen.

         Und: Die Ärzte und Fachärzte können sehen, welche Medikamente Sie früher schon

         genommen haben.

     ~  Sie müssen dem Arzt nicht selber erklären, welche Medikamente Sie nehmen.

     ~  Ihr Apotheker kann Sie leichter zu Wechsel-Wirkungen (ob ein Medikament noch gut wirkt

         oder Probleme machen kann, wenn Sie auch andere Medikamente nehmen)

         von Medikamenten beraten.

         Zu den Medikamenten:

           <>  Für die Sie ein Rezept bekommen haben.

           <>  Die Sie selber kaufen und nehmen wollen.

     ~  Achtung! Nur ein aktueller (jetzt richtiger) und vollständiger (alles steht drin)

         Medikamenten-Plan ist zuverlässig (sicher) und hilft den Ärzten.

         Und auch Ihnen.

-  Was sind die Nachteile (was nicht gut ist) von einem Medikamenten-Plan auf Ihrer

   elektronischen Gesundheits-Karte?

   Zum Beispiel:

     ~  Sie müssen Ihren Arzt oder Apotheker jedes Mal bitten, Ihren Medikamenten-Plan

         zu aktualisieren.

         Wenn Sie ein neues Medikament von Ihrem Arzt verschrieben bekommen.

         Wenn Sie ein altes Medikament absetzten (nicht mehr nehmen).

         Oder: Wenn Sie ein neues Medikament kaufen wollen.

     ~  Achtung! Ein veralteter (es stehen alte Medikamente drin) und unvollständiger (es

         steht nicht alles drin) Medikamenten-Plan ist unzuverlässig (nicht sicher) und

         kann Ihnen schaden (Probleme machen).

         Deshalb: Die Ärzte müssen Sie immer genau fragen, welche Medikamente Sie nehmen.

         Auch wenn Sie einen Medikamenten-Plan auf Ihrer elektronischen Gesundheits-Karte haben.

     ~  Sie müssen die PIN für Ihre elektronische Gesundheits-Karte bei Ihrer

         Kranken-Versicherung beantragen (danach fragen).

         Mehr dazu können Sie in unserem Artikel „Das kann Ihre neue elektronische Gesundheits-Karte“ lesen.

     ~  Sie müssen sich Ihre PIN merken und eingeben können.

     ~  Sie müssen genau überlegen:

         Wer darf meinen Medikamenten-Plan lesen und wer nicht?

         Das heißt: Bei wem tippe ich meine PIN in das besondere Gerät?

         Bei welchem Arzt, in welcher Apotheke, bei welchem Therapeuten?

         Denken Sie daran:

         Wer Ihren Medikamenten-Plan kennt, weiß das Meiste über Ihre Gesundheit.

         Und: Informationen über Ihre Gesundheit sind sehr privat.

     ~  Oder: Sie müssen genau überlegen, ob Sie Ihren Medikamenten-Plan frei geben

         (aufmachen für viele Personen).

         Zum Beispiel: Wenn Sie sich die PIN für Ihre Gesundheits-Karte nicht merken können

         oder wollen.

         Aber: Dann ist Ihr Medikamenten-Plan nicht mehr durch Ihre PIN geschützt.

         Dann können alle Personen mit einem Heil-Berufe-Ausweis Ihren Medikamenten-Plan lesen.

         Sie haben dann keine Kontrolle mehr darüber.

         Und dann können vielleicht mehr Personen Ihren Medikamenten-Plan lesen,

         als Sie das vielleicht möchten.

         Zum Beispiel: Wenn Sie Ihre elektronische Gesundheits-Karte verlieren.

 

Unsere Tipps:

Überlegen Sie:

-  Hat ein Medikamenten-Plan auf meiner elektronischen Gesundheits-Karte mehr

   Vorteile als Nachteile für mich?

-  Möchte ich einen Medikamenten-Plan auf meiner elektronischen Gesundheits-Karte speichern lassen?

-  Möchte ich immer daran denken, meinen Medikamenten-Plan bei jeder Änderung

   (wenn sich meine Medikamente ändern) aktualisieren zu lassen?

-  Möchte ich meinen Medikamenten-Plan immer durch meine PIN schützen?

   Oder: Möchte ich meinen Medikamenten-Plan frei geben, damit jede Person mit einem

   Heil-Berufe-Ausweis den Medikamenten-Plan lesen kann?

 

 

Im nächsten Artikel informieren wir Sie über die Notfall-Daten auf der elektronischen Gesundheits-Karte.